Wie könnten Native-Ads dagegen bei, zum Beispiel, Pauschalreisen aussehen? Ein schöner Reisebericht über die Toskana nützt dem Werbenden „XY-Tours“ garnichts, wenn der Leser/Kunde dann bei „Z-Reisen“ bucht, der unterm Strich genau das Gleiche anbietet. Zudem halten Pauschalreisen oft nicht das, was sie versprechen. Muss die Publikation „A“ dann ein Ad-Factchecker-Team vorhalten, das vor Veröffentlichung überprüft, ob es sich bei den beworbenen Hotels nicht doch um „Kakerlaken-Buden“ handelt oder sich nebenan die Kläranlage befindet (auf den Bildern irgendwie nicht zu sehen)? Das wäre übrigens noch relativ leicht zu überprüfen, wenn auch mit einnahmeschmälernden Kosten verbunden. Wie aber würde dann Native-Advertisement für das neue Diät-Pulver „Schlank“, das eine Bikini-Figur in 8 Wochen verspricht aussehen? Interview mit dem Testimonial-Apotheker Dr. K., der Studien im Gepäck hat, die faktisch Quatsch, aber dennoch ohne wissenschaftlichen Sachverstand nicht zu überprüfen sind? Also vor Schaltung der Werbung ein unabhängiges wissenschaftliches Gutachten in Auftrag geben, das die vorgelegten Daten auf Validität überprüft und zugleich die Studiendurchführung investigativ durchleuchten? Ich befürchte, das diese Art der Werbung, also solche, die unsinnigen Mist in den Markt drücken soll, den eigentlichen Milliardenanteil darstellt. (Vibrierende Zahnbürsten, das neue Superwaschmittelkonzentrat, Space-Rasierklingen usw.) Wer über 40 ist, erinnert sich daran, dass Nutella mal als gesundheitsförderlich beworben wurde („Mag kein Eisen essen“). Übertragen sie das mal in die Welt des Native-Advertisement. Ich bin skeptisch!
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